Gegenteil von Happy End

Was ist eigentlich das Gegenteil von Happy End?

Bei meiner Verlags-Recherche bin ich auf einen Verlag gestossen, der nur Manuskripte mit Happy End wollte. Gut, Romeo und Julia wären nicht den Liebestod gestorben, sondern sie wären am Ende gemeinsam durchgebrannt. Der junge Werther hätte seine Lotte irgendwann vergessen und sich neu verliebt. Die Kameliendame hätte zu guter Letzt ein Wunderheiler von ihrer Krankheit kuriert. Ende gut, alles gut?

Für mich ist weder beim Schreiben noch beim Lesen ein Happy End von Bedeutung. Mir kommt es darauf an, dass es in einem Roman Höhen und Tiefen gibt. Ich möchte mit den Charakteren ihr gesamtes Emotions-Repertoire von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt mitfühlen. Ausserdem ist mir bewusst, das ein Ende nicht der Endpunkt ist, da in jedem Ende ein neuer Anfang innewohnt. 

Ah, jetzt ist mir das Gegenteil von Happy End eingefallen: a Sad Start!