Vertrautes ungewohnt mustern

Ich bin Ideensurrealist, mir gefällt es Vertrautes aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, es zu zerlegen, anders zusammenzufügen und neu zu denken. Bei diesem Prozess kann etwas noch nie da gewesenes geboren werden oder man lernt das Bekannte einfach auf eine andere Art kennen. Sich nicht in alten Mustern verstricken, sondern Vertrautes auf ungewohnte Weise mustern. Wunderbar!

Gerne lasse ich mich beim Schreiben von visuellen Eindrücken inspirieren. Manchmal ist es eine Beobachtungen in der Natur ein anderes Mal sind es Bilder aus Zeitschriften oder aus dem Netz die ich zufällig entdecke. Aus solch kleinen, alltäglichen, oft unbedeutenden Offenbarungen spinnen sich später oft die schönsten und eindrucksvollsten Geschichten.

Einmal saß ich im Garten einer Freundin und sah einen Strauch der mit seinen Ästen und Blättern einen dreieckigen Drachenkopf bildete. Nach unten eine spitze Schnauze, nach oben hin zwei Hörner. Die Augen bildeten zwei Triebe mit roten Beeren. Der Wind bewegte den Drachenkopf auf und ab und hauchte ihm somit Leben ein. Dieser Moment war die Geburtsstunde der Baumdrachen, welche in meiner Fantasy-Trilogie ‚Die Nenufar Chronik‘ eine wichtige Rolle spielen.

Dieser Strauchavatar, der auch Gestalwandler ist, hat bisher noch keine Rolle in meinen Büchern erhalten. Manchmal bleibt eine Idee auch nur eine Idee und es wird keine Schöpfung daraus.