Rhythmus in Texten

Ich brauche zum schreiben absolute Stille. Dennoch denke ich beim Verfassen meiner Texte oft an die Melodie der Worte und überlege welchen Rhythmus die jeweilige Szene braucht. 

Wie fühlen sich meine Held*innen gerade? Was erleben sie in diesem Moment? Ist es eine traurige Stelle die in schwermütigen Moll-Sätzen erzählt werden möchte? Soll sie aufregend sein und die Wörter müssen wie im Staccato rasch aufeinander folgen? Oder soll die Spannung erhöht werden, muss ich den Takt der Worte herunterfahren und bewusst Pausen in die Handlung oder die Dialoge bringen? 

So höre ich keine Musik beim schreiben, aber Melodien hallen in meiner Seele wider. Ich bin der Szenenkomponist und der Dialogdirigent meiner Geschichten und bringe Rhythmus in meine Texte.